Sonderausstellung
Textilien dienen seit jeher sowohl als Gebrauchsgegenstände als auch als außergewöhnliche Kunstwerke, die fester Bestandteil des Alltags sind und von Generationen von Kunsthandwerkern veredelt wurden. Die kommende Ausstellung in Hillwood widmet sich erstmals diesem wesentlichen, aber bisher unerforschten Aspekt der Sammlung und präsentiert die bemerkenswerte Kunstfertigkeit, die technische Meisterschaft und die kulturelle Bedeutung von Textilien über die Jahrhunderte hinweg. Anhand der reichen Bestände von Hillwood lädt die Ausstellung die Besucher ein, die anhaltende Kraft von Textilien zu entdecken – nicht nur als dekorative oder Gebrauchsgegenstände, sondern auch als Ausdruck von Identität, Hingabe, Innovation und exquisiter Handwerkskunst.
Marjorie Merriweather Posts Sammlung
Marjorie Merriweather Post pflegte zeitlebens eine tiefe Verehrung für Textilien. Sie bewahrte antike Spitzenmuster, Kleidung aus ihrer Jugend und Beispiele von Textilarbeiten der Frauen ihrer Familie auf, darunter ihre Mutter Ella Letitia Merriweather (1853–1912), ihre Tante väterlicherseits Mary „Mollie“ Stanley Post (1860–1925) und ihre Großmutter Caroline Lathrop Post (1824–1915). Post legte bei Textilien dieselben Kriterien an wie bei all ihren anderen Sammelobjekten: exquisite Handwerkskunst und filigrane Details.
Sie sammelte handgefertigte Spitzenstücke und prächtige liturgische Gewänder und Textilien der russisch-orthodoxen Kirche, richtete ihre Häuser und persönlichen Räume mit kostbaren Stoffen ein und kleidete sich und ihre drei Töchter in feinster Mode. Post verfolgte zudem einen fortschrittlichen Ansatz bei der Wiederverwendung von Textilien, indem sie beispielsweise bestickte Teile eines Tagesoutfits für einen anderen Zweck abtrennte und Stühle mit einer antiken Steppdecke bezog.
Textilien im Blick
Die in vier Abschnitte gegliederte Ausstellung beleuchtet Jahrhunderte historischer Textilien: den Herstellungsprozess dieser textilen Kunstwerke; Form und Funktion, darunter Spitze, Stickerei, Nadelmalerei sowie Quilts und Decken; und Gedenktextilien als Relikte der Vergangenheit. Zu den bedeutenden Exponaten aus der Sammlung von Hillwood gehört ein Textil aus dem 17. Jahrhundert. Point de France Ein Spitzenpaneel, reich verziert mit kunstvollen Ikonographien, und ein exquisites, mit Perlen und Glasperlen besetztes russisches liturgisches Textil aus dem 18. Jahrhundert.
Zudem hat auch Frau Verwoben Die Ausstellung präsentiert eine Auswahl an Werken zeitgenössischer Textil- und Faser-Künstlerinnen wie Manca Ahlin und Sophia Narrett, die Techniken erkunden, die im 21. Jahrhundert eine Renaissance erleben, darunter Stickerei und Spitzenklöppelei. Die Ausstellung thematisiert den Wandel der Wahrnehmung dieser Kunstform vor dem Hintergrund, dass die heutige Gesellschaft mit fast einem Jahrhundert industrieller Textilproduktion bei hohem Konsum und dem dringenden Bedürfnis, das Erbe der Textilkunst zu bewahren – insbesondere das der oft unbekannten und marginalisierten Künstlerinnen und Künstler –, ringt.
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